“Bosse”, einer der beiden bei mir verbliebenen Nachkömmlinge meines Chelodinenpärchens, hat eine neue Futterquelle erschlossen: Die Kahmhaut, die sich gelegentlich auf dem Wasser meines Nachzuchtbeckens bildet, wenn die Leistung des Filters nachlässt.
Es ist mir deshalb aufgefallen, weil er beim Fressen der Kahmhaut Geräusche produziert, als würde jemand alle Viertel Minute auf einen nassen Schwamm treten. Wie das Tierchen auf die Idee gekommen ist, sich mal eben zwischendurch einen Bakterienrasen- und Pantoffeltierchen-Imbiss zu gönnen, habe ich noch nicht herausfinden können.
Der Grund jedenfalls dürfte ein ziemlich nahe liegender gewesen sein: Ich vermute, dass das Tierchen während einer knapp einwöchigen Abwesenheit meinerseits (in welcher sich niemand fand, die Tiere zu füttern), ”auf den Geschmack gekommen” ist.
Not macht eben erfinderisch.
Übrigens: Sein Geschwister (“Knut”) zeigt zwar lebhaftes Interesse am Verhalten seines “Bruders”, hat aber bisher noch nicht “gekostet”.
Mein Chelodinenweibchen hat sich endlich dazu durchgerungen, mal wieder befruchtete Eier zu legen. Das ist höchst erfreulich, da es im vergangenen Jahr ewig nicht geklappt hat.
Hoffentlich sind die zu erwartenden Schlüpflinge auch gesund…
Die verschiedenen Postings zum Thema Chelodina mccordi entstammen einer Veröffentlichung in der SACALIA, wurden aber natürlich für diese Internetpräsenz aktualisiert. Es ist mir ein Bedürfnis, den verschiedenen Beteiligten auch an dieser Stelle zu danken.
Und es ist natürlich eine Selbstverständlichkeit, auch hier die verwendeten Quellen für besagten Artikel und mithin der Beiträge auf dieser Internetpräsenz zu nennen.
Paarung
Zur Paarung werden einmal im Monat für ein paar Tage die beiden Tiere zusammengesetzt. Eine erfolgreiche Paarung konnte ich zwar bisher noch nicht beobachten, wohl aber das Paarungsverhalten: Das Männchen nähert sich mit ausgestrecktem Hals unter ruckartigem Kopfnicken (ca. 1x pro Sekunde) dem Weibchen, welches bald beginnt, ebenfalls mit dem Kopf zu nicken.
Dann reitet das Männchen auf und versucht, seinen Penis in die Kloake des Weibchens einzuführen. Dabei pendelt es mit dem Hals horizontal hin und her, reißt das Maul auf und dehnt den Schlund, was in Allem einen recht orgiastischen Eindruck beim unbefangenen Beobachter hinterlässt. Ein Verbeißen in den Hals des Weibchens (MARAN, COUTARD, 2003) konnte ich bisher nur einmal (kurz) beobachten.
Prinzipiell gilt: Eigenes Herumexperimentieren führt selten zum Erfolg. Ist ein Tier krank, muss es einem schildkrötenerfahrenen Tierarzt vorgestellt werden!
Die Schlüpflingen gelten als anfällig für Pseudomonadeninfektionen, wogegen mit gutem Erfolg dem Wasser Milchsäure (5 ml/l) zugesetzt wurde. Das Wasser muss dann aber täglich gewechselt werden (FONTIJNE, mündl. u. schriftl. Mitt.). Des Weiteren neigen sie zu Rachitis, weshalb sehr auf eine ausgewogene mineralstoff- und vitaminreiche Ernährung (vgl. auch hier) zu achten ist.
Bei meinen Adulti sind bisher bis auf kleinere Blessuren, die meist während des doch gelegentlich etwas ruppigen Miteinanders während der Paarung geschehen, keine Krankheiten aufgetreten (s. Abb.).



