Ach… Da hab ich mal wieder was gefunden… Manchmal ist es ganz praktisch, wenn der Zug mal eben über 1 Stunde Verspätung hat, weil überraschenderweise im Januar Schnee gefallen ist. Da hatte ich mal so richtig Zeit, im Klapprechner so die ganzen alten Dateien aus dem vor ’nem dreiviertel Jahr abgeschlossenen Studium so durchzuklicken (gibt ja kein Internet im Zug). Eine “Abhandlung” hat mir ganz besonders gut gefallen:

(Kleine Vorgeschichte: Zur Vorlesung „Biogeografie urbaner Räume“ bat uns unser lieber Professor Ludwig Ellenberg, uns mal Gedanken zu machen, wie man wohl den Begriff „Landschaft“ definieren könnte. Er erwartete damit ein paar unterschiedliche Definitionen, die man so in den verschiedenen Literaturen so findet, um die Vorlesung noch interessanter gestalten zu können. Nun hatte ich schon einige Vorlesungen besucht, die mit Landschaft und dergleichen zu tun hatten. So fanden sich zuhause in meinen Aufzeichnungen schnell ein paar Definitionen; fix waren diese abgetippt und der Feierabend nach langem und ziemlich anstrengendem Arbeits- und Studientage endlich da. Beim Feierabendbier in der Gastwirtschaft und danach beim Chatten mit den Schildkrötenleuten fragte ich ein paar Freunde, was ihnen so zum Thema „Landschaft“ denn einfiele…)

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Spazieren geht am Sonntag

an einer langen Leine
vergnügt vor seinem Herrchen
ein brauner Schaukelwackel

er hält an der Laterne
er schnuppert an dem Stamm
der Pappel und er pieselt
und schaukelwackelt dann

vergnügt vor seinem Herrchen
Jaromir aus Prag
der außer der Zigarre
den Schaukelwackel mag

Walther Petri

Průhonice, 31.5.09; vorletzter Tag der letzten Exkursion meines Studiums

Der Weg entspannt „Alt- und Totholz“[1] auf ganz eigentümliche Weise: Wir stürzen uns nach „böhmischem Leidgeschiebe“ und regelmäßig horizontal fallendem Regen, bei inzwischen vergleichsweise ruhigem Wetter, in den öffentlichen Nahverkehr, um ein bisschen Weltkulturerbe außerhalb von Prag zu erleben – Karlsbrücke und Pražský hrad kann ja jeder! Es soll nur ein paar Stunden dauern, schließlich gibt es ja auch noch einen Zoo, der besichtigt werden will.

Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist immer wieder (nicht nur) im „Ausland“ ein kleines Abenteuer, wenn man sich nicht auskennt: Die wichtigen, sich nicht aus Netzplänen des Prager ÖPNV erschließenden Informationen gilt es im persönlichen Gespräch mit einer freundlichen und aufgeschlossenen Fahrkartenschalterin zu erlangen, was mit einem heiteren Konglomerat aus Englisch, Deutsch, Russisch und Tschechisch (und versehentlich auch ein bisschen Kiswahili) zu aller Zufriedenheit gelingt.

Nach einer kleinen Odyssee im Hauptbahnhof (letzte Organisation der morgigen Heimreise in drei Gruppen) steigen wir endlich in die U-Bahn und in Opatov alsbald um in einen Bus, der u. a. nach Průhonice fährt und daselbst dreimal hält. Eine freundliche ältere und wirkliche Dame verrät uns die richtige Haltestelle, wodurch wir ein paar Kilometer Fußweg sparen, die wir dringend im Park brauchen werden. MEHR »