Die Rotbauchunke und der Kammmolch sind wohl die prominentesten Herpetotaxa, die in der Berger Rinne angetroffen wurden. Beide sind Zielarten nationaler und auch internationaler Naturschutzbemühungen; ihr Vorkommen in der Berger Rinne adelt diese besonders hinsichtlich des lokalen und regionalen Biotopverbundes zwischen den südlich angrenzenden Waldgebieten und den Luchländern nördlich der B 5.

Vielleicht ist es an dieser Stelle nicht von schade, vor weiteren Erörterungen kurz auf Lebensraumansprüche beider Arten ein wenig genauer einzugehen.

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Ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen zur Revitalisierung der Berger Rinne ist das Anheben der Grundwasserstände, um eine weitere Degradation der dort vorhandenen mehr oder minder gering mächtigen Torfkörper zu unterbinden und gleichzeitig ein angepasstes extensives Bewirtschaftungs­system ermöglichen. Das Ziel ist, die Berger Rinne zu einem artenreichen Feuchtgrünland zu entwickeln.

Temporärer Damm am frisch angelegten Radweg an der B 5. Der freundliche Herr rechts im Bild ist Fidel

Das ist bereits in Ansätzen geschehen. Durch die Anlage eines Fahrradweges parallel zur B 5 wurde durch diesen neuen Damm ohne vernünftige Abflussmöglichkeit der zentrale Graben aufgestaut, wodurch in den Jahren 2006 bis 2008 die Grundwasserspiegel im Untersuchungs­gebiet deutlich anstiegen. In den nördlichen Bereichen der Berger Rinne breiteten sich dadurch beachtliche Seggenbestände aus, die bei den hohen grundwasserständen kaum noch bewirtschaftet werden konnten.

Als dann der Radweg fertig war, hätte das Gebiet eigentlich trockenfallen müssen. Aber das Wasser lief nicht vollständig ab, da Biber ungefähr 1 km entfernt den Damm der Straße nach Paulinenaue als Stauwerk umfunktioniert hatten, indem sie hier den Durchlass des Hauptgrabens „fachgerecht“ mit Schilf, Hölzern und Schlamm verschlossen. MEHR »

Schon während meiner ersten Begehung im Frühjahr 2006 waren sie nicht zu überhören: die Kraniche. Ihr Trompeten hallte bis zum Gelände des Jugendhofes, noch bevor ich überhaupt einen Schritt auf das Gelände meiner zukünftigen Diplomarbeit gesetzt hatte. Das Vorkommen der Art war nicht weiter überraschend, da der Erlenbruchwald ein ideales Bruthabitat der Art darstellt. Allerdings ist es nicht unwichtig zu wissen, dass Brutstätten der Art einen besonderen Schutz genießen. MEHR »

Panoramabild des südwestlichen Teils der Berger Rinne (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Zusammenfassung

Die Berger Rinne ist ein Feuchtwiesenkomplex von knapp 50 ha südwestlich der Ortschaft Berge im Landkreis Havelland, hat eine Fläche von nicht ganz 50 ha und ist Bestandteil einer subglazialen Rinne.

Sie weist relativ aus­gegli­chene klimatische Verhältnisse auf, die von denen der Umgebung nur wenig und klein­räumig abweichen. Trotz relativ hoher Grundwasserstände ist das Wasserdargebot im Unter­suchungsgebiet durch die Entwässerung über den zentral verlaufenden Hauptgraben als von aktuellen Nie­der­schlagsereignissen abhängig und stark schwankend einzuschätzen.

Die Böden im Untersuchungsgebiet werden von mehr oder weniger vererdeten Torfen dominiert; weiterhin finden sich (besonders in den Randbereichen) Gley-Braunerden sowie Gley- und Pseudogley-Kollu­vi­sole. Die Torfsedimente sind größtenteils relativ flachgründig; punk­tuell sind jedoch recht mäch­tige Torfe nachgewiesen worden. Durch frühere unan­ge­pass­te Nutzung und lange andau­ern­de Entwässerung sind die Torfe im Untersuchungsgebiet mehr oder minder stark degradiert. Das Untersuchungsgebiet ist deshalb und wegen der im All­gemeinen geringen Torfmächtigkeiten zwar von geringem ökologischen Bodenwert, doch bietet das kleinflächige Bodenmosaik aufgrund der unterschiedlichen Standorteigen­schaften bei ent­sprechender Be­wirt­schaftung sehr gute Ausgangsbedingungen für die Entwicklung vielfältiger, arten­reicher Feucht- und Frischwiesen.

Trotz der relativ geringen Gesamtfläche ist die Berger Rinne schon jetzt als sehr arten­reich einzuschätzen. Bisher konnten über 345 permanent oder zeitweise vor­kom­men­de Tier- und Pflan­zenarten nach­gewiesen werden, davon sind insgesamt 56 Arten in den Roten Listen des Lan­des Brandenburg aufgeführt; hervorzuheben sind hier u.a. die stabilen und regel­mäßigen Vor­kommen von Grannensegge, Rotbauchunke, Neuntöter und Kranich. Der doch recht über­raschende Ar­ten­reichtum ist darauf zu­rückzuführen, dass sich die Standort­fakto­ren, ins­be­son­dere Boden­feuchte und Nutzung, teil­weise sehr kleinräumig ändern. Das soll aber nicht da­rüber hinwegtäuschen, dass viele Bereiche eine Tendenz zur Ver­armung der Vege­tation zei­gen. Dennoch ist aufgrund der an vielen Stand­orten noch mehr oder min­der reliktisch vor­kom­menden Arten extensiv genutzter Grünländer eine gute Ent­wick­lungs­­prognose gegeben.

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